JAKOB RAMBO | DAS HELMI | november 2012

“Die Action-Ikone der 80er als Puppenspiel – kann das gut gehen? Natürlich ist die Erwartung, dass so eine Kombination total irre wird, so hoch wie der Munitionsverbrauch in einem durchschnittlichen Stallone-Film. Und eventuell zu hoch. Denn die Vorlage, an die sich Das-Helmi-Ensemble hält – der erste (und beste) „Rambo“-Film, in dem sich der wortkarge Einzelgänger mit einem engstirnigen Dorfsheriff anlegt – ist im Original natürlich reine Action. Der Kontrast zwischen Original und Trash-Umsetzung (mit bewusst einfachen Mitteln) sollte hoch sein. Im Ballhaus Ost ist der Gegensatz, trotz scherziger Videoprojektionen und dem Wechsel von Puppenspiel und Körpertheater, aber leider nicht grell genug.

An einigen Stellen blitzt wundervoller absurder Charme auf, der die Sache amüsant macht, etwa wenn Rambo von einem Papphubschrauber verfolgt wird oder in einer Höhle mit den ausgestorbenen Tieren dieser Welt ein Liedchen am Lagerfeuer trällert. Aber so ganz reicht es dann doch nicht, um das pathetische Vorbild endgültig zu Fall zu bringen.

Vielleicht liegt es daran, dass der Rambo-Plot schon immer so hohl war, dass er gegen jede absurde Übersetzung ins Theater gänzlich immun ist.” Gary Flanell

14.+15.11., 20 Uhr, Ballhaus Ost. Regie: Das Helmi; mit Anna Menzel, Florian und Niklas Loycke, Solene Garnier. Eintritt 13, erm. 8 Euro

Zitty Vote
3/5
ganz ok

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