jakob rambo | bern, märz 2014

Rambo: Aus Fleisch, Blut und Schaumstoff

Milena Krstic am Freitag den 14. März 2014

  • Artikel druckenrambow2042--anna-menzel                                                               Eines habe ich in meiner sehr bescheidenen Karriere als Theater-Besucherin gelernt: Sind Puppen im Spiel, kommt es gut. Schon Matto Kämpfs Splätterlitheaterdamals hat mein Herz erobert. Gestern Abend nun tat es die Theatergruppe Das Helmi aus Berlin. «Rambo» heisst ihr Stück, und den Film habe ich nicht gesehen, aber mir eben noch den Trailer angeguckt. Und ja, das deckt sich so ziemlich mit dem, was auf der Bühne des Schlachthaus-Theaters geschehen ist. Obwohl ich in den ersten Minuten der Vorstellung skeptisch war, weil das eher nach erotischem Ausdruckstanz ausgesehen hatte und innerlich reklamierte ich, weil man hatte mir Puppen versprochen. Die tauchten bald schon auf, und das machte am Ende einen der Reize der Show aus: Die Schauspieler wechselten sich mit ihren Schaumstoffhelden ab.

Jetzt habe ich ja nicht so viel Erfahrung mit Theater, sass da, und mir ging dieses 1st-World-Dilemma durch den Kopf: «Ist das jetzt unangebracht, wenn ich während der Vorstellung ein Foto mit meinem Handy schiesse?» Ich habe es unterlassen. Leider! Wo es doch so viele schöne trashige Foto-Momente gegeben hätte: Rambo am Lagerfeuer aus Pappe, kuschelnd mit der Eule, umgeben von wilden Stofftieren? Sesamstrasse-Revival! Die Kampfszenen in Zeitlupe? Wun-der-schön!

Wenn Sie also vor dem «clubben»/Ausgang sonstiger Art noch Lust auf Theater haben und Ihnen eine handvoll derber Momente nichts anhaben kann: Gehen Sie sich «Rambo» heute oder morgen Abend noch anschauen. Aber nehmen Sie um Himmels Willen keine Kinder mit!

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