jakob rambo | märz 2014

Der Rachefeldzug des Jakob Rambo

Von Brigitta Niederhauser. Aktualisiert am 13.03.2014

Kein Held zu gross, um nicht von der Berliner Truppe Das Helmi auf Trash-Format zurückgestutzt zu werden.

Herausgefordert von der bösen Welt: Jakob Rambo.

Herausgefordert von der bösen Welt: Jakob Rambo.
Bild: Anna Menkel/zvg

Sie nehmen es mit allen auf: die Wilden von der Berliner Anarcho-Puppenbühne Das Helmi, die Bern erstmals 2011 am Theaterfestival Auawirleben mit ihrer überaus unterhaltsamen Respektlosigkeit verblüfften, als sie den metaphysischen Hokuspokus des Kultfilms «Matrix» zerzausten und das göttliche Trio Neo, Morpheus und Trinity als erbärmliches zerknautschtes Müll-Trüppchen über die Bühne hampeln liessen.

Nach Ödipus, King Kong und dem Terminator nimmt sich Das Helmi nun einen weiteren Hollywood-Helden vor: Rambo, der ramponierte und traumatisierte Kriegsveteran, passt so perfekt zum Helmi-Personal wie die krude Helmi-Ästhetik zum Superman-Image von Sylvester Stallone. Aus billigem Abfallmaterial, aus gebrauchtem Schaumgummi, viel braunem Klebeband und alten Zeitungen kreieren Helmi-Mastermind Florian Loycke und sein Team ihre grotesken Trash-Figuren, die mit ihrer offensichtlichen Jämmerlichkeit und ihrem unverhohlenen Grössenwahn aber keinen unberührt lassen. Denn die preisgekrönte Helmi-Truppe, die gern vor dem Supermarkt und anderen öffentlichen Plätzen spielt, machte ursprünglich Theater für all jene, die mit Bühnenkunst nichts am Hut haben. Auch heute, wo sie an den grossen Häusern gefragt sind, touren sie noch immer mit ihrem Container durch die Lande, wie jüngst mit ihrem «Zirkus des Fortschritts».

Und jetzt also dieser Jakob Rambo, der doch eigentlich nur in Ruhe gelassen werden will. Die ganze Story erzählt das Helmi, nichts wird ausgelassen, nicht einmal der Helikopterabsturz. Denn die tollkühnen Helmis fürchten nichts – ausser Ratten, weil die ganz scharf auf alten Schaumgummi sind.

Schlachthaus-Theater Bern Do bis Sa, 13.–15. März, 20.30 Uhr.

(Der Bund)

Advertisements