mars attacks ! kritik #5

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Wer braucht sie schon, die Perfektion

Milena Krstic am Donnerstag den 15. Mai 2014

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Nachdem ihn der Job als Pfleger nicht befriedigt hat, ist er herumgereist, hat verschiedene Lebensformen getestet und ist dabei unweigerlich mit Kommunen in Kontakt gekommen. Der Schau- und Puppenspieler Florian Loycke reisst im ausverkauften Tojo-Theater die Geschichte an, wie es zu Das Helmi kam; zu diesem stinkfrechen Schaumstoff-Puppentheater, das mittlerweile auch an den grossen Schauspielhäusern in Deutschland gefragt ist («Mit dem Schaumstoff kam das Geld», O-Ton Florian Loycke).

HORA_Helmi_Marsattacks

Und jetzt ist er wieder in einer Kommune gelandet, nun, da sich Das Helmi undHORA, das berühmteste professionelle Theater mit Menschen mit geistiger Behinderung, für eine Produktion zusammengeschlossen haben. «Mars Attacks!» heisst das Stück und klar sind da grüne galaktische Gruselgestalten aus Schaumstoff zu sehen. Aber auch Tabus werden gebrochen (drei der Schauspieler mit Behinderung gebären ein Marsmenschlein, das ihnen danach wieder weggenommen wird. Oder ist das etwa kein Tabubruch?), Tanz- und Singeinlagen vollführt. Wunderschön die Szene, in der ein Plastiksack mit Hilfe der Heissluft eines Föhns zu einem schwebenden Embryo wird. Und sehr kommunenmässig, als sich die Schauspieler gegenseitig mit grüner Farbe beschmieren. Diese Sinnlichkeit, diese Intimität! Aber: Weshalb wird aus dem Präsidenten plötzlich eine Taube? Und was hat Beatrice Egli da zu suchen? Piepegal, wenn der grüne Faden verloren geht. Es ist wirklich scheissegal. Weil hey, bei dieser Intension … Wer braucht sie schon, die Perfektion.

Auch die zweite «Mars Attacks!»-Vorstellung von heute Abend ist ausverkauft. 

 

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