Category Archives: DAS HELMI

DAS HELMI IS THE BEST ANARCHO PROFESSIONAL PUPPETSTHEATER ON EARTH AND IN THE UNIVERSE.
SOLENE GARNIER PLAYS WITH THEM SINCE 2011.
THAT’S GOOD, VERY GOOD.
www.das-helmi.de

MARS ATTACKS || Coproduction with THEATER HORA || First month residence in Zürich… 20.01 – 20.02 || TRYOUT 17.02.2014

DAS HELMI + THEATER HORA Zürich  ||  MARS ATTACKS   || First month residence in Zürich... 20.01 - 20.02 | TRY OUT Mo.17.02 3pm @ Theater HORA, Baslerstr 30

Ausgelöst durch das Medienecho und die Zuschauer-reaktionen auf DISABLED THEATER beschäftigt sich MARS ATTACKS! in zugespitzter Form mit dem, was «das Andere» bei der Normalgesellschaft auszulösen vermag. Die Produktion soll entstehen in Zusammen-arbeit von Theater HORA mit den Berliner Trash- und Schaumstoff-Puppen(spielerInnen) von Das HELMI, un-
ter Rückgriff auf eine Fiktion (Tim Burtons schwarzhumorigen Kultfilm «Mars Attacks!»).

DISABLED THEATER-Dramaturg Marcel Bugiel:

“Die Diskussionen mit Jérôme Bel in der Produktionsphase und im Rahmen der öffentlichen Try Outs waren für mich, der ich mich für diese Form von Theater aus der Perspektive des experimentellen Theaters heraus interessierte, ein riesengrosses Geschenk, denn zum ersten Mal schienen sich auch andere Leute für das Performer-Potenzial der HORA-Leute zu interessieren – und für die in meinen Augen grossen Möglichkeiten, die dieses dem Feld von Theater, Tanz und Performance eröffnete.

Doch anstatt dass jetzt bei theaterinteressiertem Publikum und Grosskritik ästhetische Debatten im oben genannten Sinne losgingen, war die Wahrnehmung weitestgehend auf eine Freakshow fürs gebildete Publikum und auf die «Darf ich das gut finden?»-Frage reduziert – was zusammen eine Anspannung produzierte, die sich dann während der Vorstellungen zunächst in gut gemeintem, aber diskriminierendem Szenenapplaus, schliesslich in geradezu hysterischer Affirmation entlud – und nur wenig Platz für darüber hinausgehende ästhetische Fragestellungen liess.

Was mir dagegen durch diesen Erfolg wirklich bewusst geworden ist, ist das Mass, in dem Menschen mit einer «geistigen Behinderung» nach wie vor auf die Rolle des gesellschaftlichen «Anderen» festgelegt sind – ein Anderes, das man fasziniert exotisiert und mit dem man sich gleichzeitig aus dem sicheren Abstand des Zuschauerraums auf geradezu hysterische Weise identifiziert.”

PREMIERE : 5. MAI 2014
ROTEFABRIK THEATER, ZÜRICH

::: PRESS in HANNOVER ::: ZIRKUS DES FORTSCHRITT ::: APRIL-MAI 2013 ” (…) Wenn in diesem Fest des Chaos und des Provisoriums plötzlich eine Solène Garnier mit dunkler Stimme ihre Songs einstreut oder Friederike Harmsen mit wunderbarem Sopran ein Ave Maria betet, versteht man das Spezielle das mit dem Helmi einhergeht. Ein irrer Tummelplatz der Talente, Plattform unausgelebter Künste! Vielleicht hinterlässt das Helmi ja einen Keim in Hannover.« (Neue Presse, 08.06.2013) »Impro-Theater für Kinder und Erwachsene auf höchstem Niveau. Schrill und schräg, aber mit jeder Menge Hintersinn.« (NDR DAS!, 06.05.2013) “(…) wenn die Superchoreografin einen Wutausbruch kriegt, bebt ihre Führerin, die großartig agierende und musizierende Solene Garnier, mit. Spieler und Figuren verdoppeln einander im Ausdruck und alles geht gern durcheinander: Doch natürlich hat dieser gepflegte Dilettantismus Methode, genau wie das Stück letztlich viel Sinn macht, den kühlen Umgang mit der „Unterschicht“ genauso persifliert wie ihre Vorführung in den Medien. Nicht jeder wirds mögen, aber ansehenswert ist dieser hinsprengende Trash allemal. Bewertung: 4/5 ” Neue Presse, 27.04.2013

»(…) Wenn in diesem Fest des Chaos und des Provisoriums plötzlich eine Solène Garnier mit dunkler Stimme ihre Song

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neues deutschland | 02.11.2012

Von Lucía Tirado

Natürlich wieder unbesiegbar

Das Helmi ruft »Jakob Rambo« im Ballhaus Ost auf den Plan

Nichts ist so, wie es zunächst scheint. Bei den Aufführungen der im Ballhaus Ost ansässigen internationalen Puppenbühne Das Helmi Ost sieht der Bühnenraum immer aus, als wäre jemand ausgezogen und hätte zurückgelassen, was er für Krempel hielt. Trash. Das Ambiente gehört zum Kultstatus der Truppe. Mit sicherem Griff ist immer das zur Hand, was gerade gebraucht wird. Ein Hubschrauber beispielsweise. Kein Problem.

Was Das Helmi inhaltlich für seine Stücke ankündigt, trifft im großen und Ganzen ein. Es wird aber in Details garantiert anders sein. Ideen werden hier im Produktionsprozess wahrscheinlich noch schneller als woanders durch neue ersetzt. Wer von den avisierten Künstlern im Spiel sein wird, zeigt sich erst, wenn es soweit ist. Man nimmt sich da wohl nicht so wichtig. Überraschungen in jeder Hinsicht sind also immer möglich. Das schließlich macht den Reiz dieser Puppenbühne aus. Komisch ist sie immer in ihrem Spiel. Das ist sicher. Aber wer nur für lustig und niedlich hält, was Das Helmi zu bieten hat, ist falsch gewickelt.

Zurück zum Hubschrauber. Sein Dasein ist von sehr kurzer Dauer. Kaum hat er richtig aufgedreht, geht es mit ihm abwärts. Gegen »Jakob Rambo« kommt keiner an. Die Titelfigur des neuesten, gut auf eine Stunde gebrachten Stücks ist unbesiegbar. Das weiß man doch vom Film. Die US-Army bildete ihn zum Töten und Siegen in Vietnam aus. Des dortigen erfolglosen mörderischen Treibens überdrüssig, trottet er im müden Kriegsveteranenschritt durchs amerikanische Heimatland und kommt einer piefigen Kleinstadt für den Geschmack des dortigen Sheriffs zu nah. Es kann der Friedlichste nicht in Frieden wandeln, wenn es dem dummen Bürger nicht gefällt.

Mit der Spießigkeit, jeden Fremden – gar einen Fußgänger – abzulehnen, setzt Das Helmi in dieser Geschichte zum Spiel ins Groteske an. Die Schaumstofffiguren sind Typen. Jakob Rambo, lässig gekleidet, mit nachdenklich zerknirschter Miene stößt auf den dicken, glatzköpfigen Sheriff mit Sonnenbrille. Dieser Will Teasle sieht den Polizeistaat als seinen Kosmos und sich als Profi: »Hände auf den Rücken, dass ich sie sehen kann!«

Des Sheriffs dämliche Kleinstadtgevatter sind nicht als Sieger gemacht, auch wenn es zunächst aussieht, als gewännen sie Oberhand. Gut eingesetzt dabei sind Zeitlupen-Kampfsequenzen. Das passt, denn diesmal nimmt Das Helmi in den Wechseln zwischen Puppenspiel und Schauspiel zusätzlich Tanztheater aufs Korn. So dramatisch, dass für die Truppe nur noch die größte Bühne des Ballhauses Ost in Frage kam.

Die räumliche Ausweitung macht die große Schlacht gegen einen einzelnen Unbesiegbaren noch haarsträubender. Ungehört bleiben zwischendurch dessen Appelle, die Sache doch besser zu lassen. Dann könnte er verweilen bei seiner gerade gegründeten Singegruppe im Walde, wo sich vor 300 Jahren oder vor 3 Wochen ausgestorbene Tiere zu ihm gesellten und ihn zum Rächer ihres Schicksals auswählten.

Ein dichtes böses Stück, bei dem Web-Cam und Video geschickt eingesetzt sind. Auf diese Art lässt sich die Verbindung zu Rambos in der Ferne befindlichem Ausbilder problemlos herstellen. Was aus dem und aus Jakob Rambo wird, zeigt sich, wenn sich die beiden 20 Jahre nach dem Kleinstadtzwischenfall im »Späti« treffen. Ist ihr Leben vom Vietnamkrieg gezeichnet, so ist das noch nichts gegen das Äußere einer auch dort beheimateten Person.

Für Freunde dieser Puppenbühne beginnt jetzt eine schöne Zeit. Helmi-November. Schon vor der Wiederholung des neuen Stücks ist »Rocky« wieder zu sehen. Danach schleichen erneut Mönche mit finsteren Absichten in der frechen Inszenierung »Der Name der Rose« nach Umberto Ecos Roman herum.

Das Helmi am 8. u. 9.11.: »Rocky«; 10., u.11.11.: »Jakob Rambo«, 16. bis 18.11.: »Der Name der Rose«, immer 20 Uhr, Ballhaus Ost, Pappelallee 15, Prenzlauer Berg, Tel.: 44 03 91 68, www.ballhausost.de